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Bob
Hundekenner


Anmeldedatum: 06.10.2008
Beiträge: 673
Wohnort: Essen
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Verfasst am:
06.08.2009, 06:02 |
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dieser Artikel vom 31.07.2009 der "Ärtze gegen Tierversuche e.V." hat mich so beeindruckt, dass ich diesen hier einmal niederschreiben musste
12 Millionen Gründe für eine bessere EU-Richtlinie
Die EU- Richtlinie 86/609 regelt Tierversuche in der EU. Die EU-Kommission hat mehr als fünf Jahre an einer Neufassung des völlig veralteten Regelwerkes gearbeitet. Seit November 2008 liegt der Entwurf vor, der nun von EU-Parlament und EU-Ministerrat beraten wird. Die Richtlinie wird in den nächsten Jahrzehnten über Leben und Tod von Millionen Tiere in ganz Europa entscheiden.
Wenn es nach uns ginge, müsste die Richtlinie nur einen Satz enthalten: »Tierversuche sind verboten« Leider ist dieses Ziel zurzeit politisch nicht durchsetzbar . Deswegen müssen wir jede reelle Chance nutzen, wenigstens deutliche Verbesserungen für die Tiere zu erzielen. Unser Verband hat beim Bundeslandwirtschaftsministerium eine detaillierte Stellungnahme eingereicht.
12 Millionen Tiere - 12 Millionen Gründe
EU-weit werden jährlich 12 Millionen Versuchstiere verwendet . Der beste Schutz von Versuchstieren ist, nicht in den Labors gequält und getötet zu werden. Die EU hätte zumindest konkrete Schritte zum Ausstieg aus dem Tierversuch einleiten können. Der Entwurf sieht nur eine bessere Verwaltung der Tierversuche vor. Da jede Bestimmung durch Ausnahmen aufgeweicht wird, ist nach wie vor jeder nur denkbare Tierversuch erlaubt. Aber es gibt auch einige positive Neuerungen, die durch die Tierschutzseite eingebracht werden konnten.
Der Geltungsbereich wurde auf die Grundlagenforschung, die Ausbildung, auf Tiere, die für die Verwendung von Organen und Geweben getötet werden, embryonale und fötale Formen sowie einige wirbellose Tierarten wie Tintenfische, Kraken und Krebse erweitert. Dies ist ein wichtiger Schritt vorwärts, da das Regelwerk bislang nur für Tierversuche in der Industrie galt.
Besonders enttäuschend ist der Bereich der Affenversuche ausgefallen. Hier hat die Pro-Tierversuchslobby besonders deutlich Einfluss genommen. Der Entwurf sieht keine wirksamen Einschränkungen von Versuchen an nichtmenschlichen Primaten vor. Nicht einmal für die Grundlagenforschung wurden Experimente an Affen eingeschränkt. Versuche an nichtmenschlichen Primaten müssen aber ausnahmslos verboten werden. Dass selbst für die Verwendung von Menschenaffen Ausnahmen vorgesehen sind, ist völlig inakzeptabel.
Auch bei der Frage nach der Herkunft der Primaten hat sich die EU den Tierversuchslobbyisten gebeugt. Affen dürfen zwar nur aus Zuchten verwenden werden, aber die Eltern der für Versuche bestimmten Affen können aus der Wildnis stammen. Damit ist dem extra grausamen Fang von wild lebenden Affen nach wie vor Tür und Tor geöffnet, um Nachschub für die »Zuchtstationen« zu schaffen. Dieser Praxis soll erst 7 bzw. 10 Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie zumindest ansatzweise ein Riegel vorgeschoben werden. Dann nämlich müssen auch die Eltern in Gefangenschaft geboren sein (F2-Generation).
Der Entwurf sieht eine Genehmigung aller Tierversuche aufgrund einer »Schaden-Nutzen-Analyse« vor. Dies wäre eine Verschärfung der Regelung in Deutschland, nach der anzeige- und genehmigungspflichtige Tierversuche unterschieden werden. Für die anzeigepflichtigen Experimente, z.B. im Bereich der Giftigkeitsprüfungen, muss lediglich ein Formular ausgefüllt werden. Für andere EU-Staaten, in denen es größtenteils überhaupt noch keine Genehmigungspraxis für Tierversuche gibt, wäre dies ein großer Schritt vorwärts.
Sinnvoll ist die Erhöhung der Transparenz durch die Veröffentlichung von Zusammenfassungen der durchgeführten tierexperimentellen Projekte.
Auch die Einführung einer rückwirkenden Bewertung ist insgesamt positiv zu bewerten. So kann die Nutzlosigkeit von Tierversuchen nachträglich bewiesen werden. Allerdings beschränkt die EU diese Vorgabe auf ausgewählte Projekte sowie Affenversuche. Es darf aber keine Ausnahme geben. Außerdem nützt eine rückwirkende Bewertung wenig, wenn daraus keine konkreten Schritte erfolgen. Bei negativem Ausgang der Bewertung dürfen Folgeanträge nicht mehr genehmigt werden.
Gut ist, dass jedes Mitgliedsland ein Referenzlabor für die Entwicklung und Bewertung von Alternativmethoden einrichten. Damit werden alle 27 Mitgliedsstaaten gezwungen, sich zumindest Gedanken zu tierversuchsfreien Methoden zu machen.
Im Rahmen der Novellierungsberatungen rief die Kommission im Jahr 2006 zu einer Online-Umfrage auf. Mehr als 42.000 Bürger nahmen daran teil. Dies war die bislang dritthöchste Beteiligung an einer solchen Umfrage. Dabei sprachen sich 93% der Teilnehmer für einen besseren Schutz von Versuchstieren aus. Nahezu alle Teilnehmer wünschen sich mehr Transparenz und Mitspracherecht hinsichtlich der Frage, wann und wie ein Tierversuch überhaupt durchgeführt werden darf.
Wie geht es weiter
Das EU-Parlament und er Ministerrat müssen über den Kommissionsvorschlag beraten und abstimmen. Die erste Abstimmung des Parlaments erfolgte am 5. Mai 2009. Der Novellierungsentwurf ist zwar weit von unseren Forderungen entfernt, er enthält aber zumindest einige Schritte in die richtige Richtung. Doch selbst diese kleinen Verbesserungen wurden - trotz intensiver Bemühungen der Tierschutzseite, allen voran der ECEAE - vom Parlament abgeschwächt oder gar ganz gestrichen. Die Volksvertreter haben sich damit zu Handlangern der milliardenschweren Tierversuchsindustrie gemacht, die bei schärferen Regelungen das Ende der medizinischen Forschung prophezeit. Über den Entwurf muss nun noch der Ministerrat abstimmen und schließlich – nach der Europawahl - das Parlament in zweiter Lesung.
Wir werden die anstehenden Beratungen und Abstimmungen nutzen und uns weiterhin intensiv für deutliche Verschärfungen einsetzen.
Ich hoffe das ihr alle bis zum Ende gelesen habt, er ist zwar lang aber auch informativ
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_________________ Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Menschen
Ernst K.Hauschka |
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Verfasst am:
07.08.2009, 07:51 |
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Ganz Tierversuche verbieten ist meiner Ansicht nach nicht praktikabel, es ist zwar schlimm was gemacht wird, doch finde ich es auch nötig, ansonsten wäre es deutlich schwerer effiziente Medikamente für uns herzustellen. |
_________________ Grüße von Ben und Lukas. |
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